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Geld für die Ausbildung

Bis ein angemessener Ausbildungsabschluss erreicht ist, der zu einem Beruf qualifiziert und damit eine Existenzgrundlage schafft, sind Eltern ihrem Kind gegenüber unterhaltspflichtig und können es nicht auf die Möglichkeit verweisen, den eigenen Lebensbedarf selbst zu verdienen.

Die Ausbildungsrichtung kann in der Eingangsphase aus nachvollziehbaren Gründen gewechselt werden, ohne dass der Unterhaltsanspruch entfällt. Dieser endet bei einem Studium dann etwa mit Ablauf der Regelstudienzeit, selbst wenn der Abschluss noch nicht erlangt ist. Die Unterhaltspflicht der Eltern kann allerdings andauern, wenn sich die Ausbildung aus besonderen Gründen verlängert (z. B. Krankheit).

Die Begabungen und Fähigkeiten des Kindes sind ausschlaggebend dafür, ob der erlangte Abschluss angemessen ist. Wenn dies nicht der Fall ist, dauert der Anspruch auch während einer zusätzlichen Ausbildung noch an.

Bei folgenden Fallgestaltungen, die individuell genau zu betrachten sind, geht die Rechtsprechung von einem weitergehenden Unterhaltsanspruch aus:

  • Eine Berufswechsel ist aus besonderen Gründen, z. B. gesundheitlich notwendig
  • Die Eltern haben ihr Kind in eine nicht begabungsgerechte Ausbildung gedrängt
  • Erste und zweite Ausbildung wurden gemeinsam geplant
  • Es handelt sich um eine Weiterbildung, die von vornherein angestrebt war oder die sich während der ersten Ausbildung aus einer besonderen Begabung ergeben hat
  • Erste Ausbildung und Studium stehen in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang und sind als eine einheitliche Ausbildung anzusehen.

Werden die vorstehenden Kriterien berücksichtigt, ist davon auszugehen, dass sich die Unterhaltspflicht der Eltern über den Abschluss eines Bachelorstudiums hinaus auf das Masterstudium erstreckt (vgl. Urteil des Familiengerichts Schwäbisch Hall vom 06.04.2009 -3 F 500/08-).