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ClubKino - Kino im Hörsaal

Immer montags im Semester zeigt das ClubKino-Team für nur 2€ pro Vorstellung in eigener Regie Kinoklassiker oder aktuelle Filme abseits des Mainstreams. Die Vorstellungen finden im Hörsaal 011 des ZHG statt.

Wenn ihr Lust habt, die studentische Arbeitsgemeinschaft zu unterstützen und selber einmal Kino zu machen, dann meldet euch bitte im Kulturbüro oder sprecht einfach vor einer der Vorstellungen mit den Mitgliedern des ClubKino-Teams.

Das Clubkino-Programm im Wintersemester 2011/12

Immer montags um 19.30 Uhr im ZHG 011 – Eintritt 2,- Euro

Kurzübersicht Semesterprogramm



 







23.04.2012: Der Gott des Gemetzels
30.04.2012: Halt auf freier Strecke
03.05.2012: Deadly Dust
(im ZHG 003 um 18.30 Uhr !!!)
07.05.2012: Le Havre (OmU)
14.05.2012: Kriegerin
21.05.2012: Shame [->]
04.06.2012: Die Haut, in der ich wohne [->]
11.06.2012: Wir schaffen das schon (OmU) [->]
18.06.2012: Melancholia (OmU) [->]
25.06.2012: Und dann der Regen (OmU) [->]
02.07.2012: Double Feature: The Artist [->] + Sunset Blvd. (OmU) [->]
09.07.2012: Restless [->]
16.07.2012: Ziemlich beste Freunde [->]

Das Clubkino im Netz:


Die Trailer für alle Filme gibt es auf dem YouTube-Kanal vom Clubkino.


       


Kontakt:

Über das Kulturbüro des Studentenwerks Göttingen. Es befindet sich im Gebäude der Zentralmensa, Ebene 1, links in dem Gang, wo es auch zum Sozialdienst geht.

Anschrift
Platz der Göttinger Sieben 4
37073 Göttingen

telefonischer Kontakt

Telefon: +49 (0)551 39-5148

persönlicher Kontakt

montags bis donnerstags 10.00 bis 15.00 Uhr
freitags 10.00 bis 12.00
und nach Vereinbarung

21.05.2012 - Shame


UK 2011
Regie & Drehbuch:
Steve McQueen
Darsteller: Michael Fassbender, Carey Mulligan, James Badge Dale, Nicole Beharie
Länge: 101 Minuten
Homepage: [->]
Trailer: [->]

Inhalt: Eigentlich fehlt es dem New Yorker Geschäftsmann Brandon (Michael Fassbender) an nichts im Leben. Er sieht gut aus, hat einen erfüllenden Job, ein schickes Appartement. Doch er fühlt nichts, seine innere Leere versucht er täglich aufs Neue mit leidenschaftlichen Begegnungen zu füllen. Die exzessiven Sexszenen sind beklemmend voyeuristisch und zeigen einen Menschen, der es gewohnt ist, für menschliche Nähe zu zahlen. Diese perfektionierte Routine gerät mit dem Besuch seiner labilen Schwester Sissy (Carrey Mulligan) aus den Fugen. Der kurze Aufenthalt offenbart Brandons Leere und Sexsucht, bringt ihn zum Ausrasten und lässt eine unendlich kaputte Gefühlswelt beider Hauptakteure vermuten. Ein Bühnenauftritt von Sissy mit einer entschleunigten Version des Sinatra Klassikers „New York, New York“ verursacht einen kurzen Moment tiefer Berührung und löst ihn aus seiner Erstarrung. Brandon startet daraufhin einen halbherzigen Beziehungsversuch mit einer Kollegin, doch auch hier offenbaren sich innere Konflikte. Offensichtlich gibt es für Menschen wie ihn keinen Ausweg….
Dieser Film ist Kunst und Kälte zugleich und wurde von Regisseur Steve McQueen in verstörend drastisch- jedoch langsamen Einstellungen inszeniert. Nach „Hunger“ schlüpft Michael Fassbender auch in „Shame“ wieder in eine extrem körperliche Rolle und beeindruckt durch seine Schauspielleistung. Auch Carrey Mulligan brilliert als Schwester, wenn sie auch völlig gegensätzlich agiert und ihr Innerstes auf drastische Weise nach Außen kehrt. Beide sind sehnsüchtig geradezu ständig auf der Jagd nach ein bisschen Zuwendung in einer viel zu schnelllebigen Stadt.

04.06.2012 - Die Haut, in der ich wohne (La piel que habito)


Spanien 2011
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar, Agustin Almodóvar
Darsteller:
Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes, Jan Cornet
Länge: 121 Minuten
Homepage: [->]
Trailer: [->]

Inhalt: Professor Ledgard hat eine künstliche Haut entwickelt, die widerstandsfähiger, aber ebenso sensitiv als die menschliche ist. Er gibt vor, diese bisher nur an Mäusen getestet zu haben, doch in Wahrheit testet er sie bereits an der schönen Vera, die von ihm in seiner Klinik gefangen gehalten und akribisch bewacht wird. Eigenartigerweise ähnelt Vera auf verblüffende Weise Ledgars Frau, die bei einem Unfall ums Leben kam. Als ein junger Mann in Ledgards Klinik einbricht, überschlagen sich die Ereignisse und düstere Geheimnisse werden gelüftet...

Almodovar betritt mit seinem neuesten Film "Die Haut, in der ich wohne" zum ersten Mal das Terrain des Thrillers. Mit der gewohnten Eindringlichkeit, schafft es Almodovar ein stimmungsvolles Szenario zu erschaffen. In diesem Fall ein sehr beklemmendes. Dem Thema der menschlichen Abgründe und gesellschaftlichen Tabubrüche bleibt er treu. Doch diesmal geht er noch einen verstörenden Schritt weiter und zeigt uns ein erschütterndes Drama um Reue, Schuld und Sühne…

11.06.2012 - Wir schaffen das schon - Si può fare (OmU)


Italien 2008
Regie: Giulio Manfredonia
Drehbuch:
Giulio Manfredonia, Fabio Bonifacci, Claudio Bonifacci
Darsteller: Claudio Bisio, Giovanni Calcagno, Anita Caprioli, Guiseppe Battiston
Länge: 111 Minuten
Homepage: [->]
Trailer: [->]

Inhalt: Im Italien der frühen 80er Jahre wurde ein Gesetz erlassen, welches erlaubte, daß die Teilnehmer an Sozialprojekten Kooperativen gründen und mit ihnen am Markt wie ein „echtes“ Unternehmen agieren können.
Vor diesem realen Hintergrund spielt sich die ebenfalls real inspirierte Geschichte des Films „Wir schaffen das schon“ ab. Nello, ein visionärer Sozialarbeiter, tritt eine neue Stelle in einer psychiatrischen Klinik an. Es dauert nicht lange, bis er herausfindet, daß die Patienten über ungeheure kreative Kraft verfügen, die aber bislang im Katz- und Maus-Spiel mit Pflegern und Ärzten unproduktiv verkümmert. Er beginnt ein waghalsiges Experiment: Unterstützt vom begeisterungsfähigen und sympathischen (aber auch ein wenig schluderigen und einem mittäglichen Bierchen nicht abgeneigten) Doktor Furlan gründet Nello mit den Patienten eine Kooperative, die Handwerksdienste als Parkettleger anbietet. Die ersten Kunden der Kooperative sind Nello selbst – und seine völlig entnervte Frau Sara. Mehr schlecht als recht stümpern die Geisteskranken ihm etwas in seiner Wohnung zusammen, was man mit viel Idealismus einen Parkettfußboden nennen könnte. Da Idealismus etwas ist, woran es Nello nicht mangelt, sieht er sein Projekt auf einem guten Weg und zieht einen Auftrag des Arbeitgebers seiner Frau an Land. Die Kooperative soll die neue Edel-Boutique einer Modekette mit ihrem Parkett verzieren. Als plötzlich das Material ausgeht, sind die Psychiatrie-Patienten endlich in ihrem Element, denn kreative Mangelverwaltung ist jene Fähigkeit, welche sie von allen anderen Handwerkern unterscheidet, und die Verwicklungen können beginnen…
„Wir schaffen das schon“ ist wunderbares Erzählkino und ganz und gar kein Psychiatrie-Film. Der Film ist handwerklich absolut sauber gemacht, verzichtet auf Experimentelles oder gar einen „persönlichen Stil“ und hat so genügend Spielraum für eine liebevolle, stets im Dienst der Handlung stehende Inszenierung. Die hervorragenden Darsteller spielen das feinsinnige Drehbuch exzellent aus und so gelingen sehr menschliche und freundliche Charakterzeichnungen der Geisteskranken, dank derer wiederum ein Füllhorn von Komik und Humor entsteht, ohne daß die Charaktere bloßgestellt würden oder Platitüden entstünden. Der kaum überraschende, aber sauber gezogene Handlungsbogen hält den im Wortsinne immer wieder überbordenden Irrsinn der Akteure gut im Zaum und so können die Geisteskranken munter drauf loswerkeln und die Zuschauer ganz wunderbar unterhalten. Abschließend sei noch hingewiesen auf einen Protagonisten, den man nicht als Staffage mißverstehen darf: Der hinreißend kaputte Lieferwagen, mit dem die Patienten von Baustelle zu Baustelle fahren, ist für die Atmosphäre von „Wir schaffen das schon“ von nicht unwesentlicher Bedeutung!

18.06.2012 - Melancholia (OmU)


DEN / SWE / FRA /DTL /  2011
Regie & Drehbuch:
Lars von Trier
Darsteller: Kirstin Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Charlotte Rampling, John Hurt
Länge: 136 min
Homepage: [->]
Trailer (dt.): [->]
Trailer (engl.): [->]

Inhalt: Zwei Schwestern stehen im Mittelpunkt des neuen Films von Lars von Trier: Claire und Justine, denen jeweils ein eigener Teil gewidmet ist. Zunächst aber geht die Welt unter. In der spektakulären filmischen Ouvertüre, untermalt von der Musik aus Richard Wagners Oper Tristan und Isolde, treffen drei Himmelskörper aufeinander, die dem darunter liegenden ländlichen Anwesen Licht spenden. Sonne, Mond und ein unbekannter bläulicher Planet, der unaufhaltsam näher kommt, bis am Ende dieser majestätischen Eröffnungssequenz klar wird, welch fatale Konsequenz aus ihm erwächst. Tatsächlich geht es keine Sekunde lang darum, wie oder ob die Erde gerettet werden kann, noch kommt es zu cineastischen Massenszenen a la Katastrophenfilm. Vielmehr werden einzelne Menschen fokussiert in ihrem persönlichen Umgang mit dem sicheren Ende aller menschlichen Existenz. Justine (Kirsten Dunst) reist mit ihrem frisch angetrauten Ehemann zum Anwesen der Schwester (Charlotte Gainsbourg) und des Schwagers (Kiefer Sutherland), um dort ihre perfekt choreographierte Hochzeitsfeier zu begehen, die allerdings schon bald in vielfältigen Familienstreitigkeiten unterzugehen droht. Die Maske der glücklichen Braut lässt sich ebenfalls nicht lange aufrecht erhalten von der unter Depressionen leidenden Justine, was die Feier letztendlich im Desaster enden lässt. Im zweiten Teil übernimmt Clair zunächst die Führung und versucht ihrer Schwester zu helfen. Im Angesicht der nahenden Katastrophe verschieben sich die Rollen der Tatkräftigen und Fassungslosen jedoch zunehmend. Während Justine nackt im Schein des Planeten „Melancholia“ badet, versuchen die anderen, dem Unausweichlichen wissenschaftlich zu begegnen, wovon das ja bereits vorweggenommene Ende unberührt bleibt.

25.06.2012 - Und dann der Regen - Tambien la lluvia (OmU)


SPA / FRA / MEX 2010
Regie:
Icíar Bollaín
Drehbuch: Paul Laverty
Darsteller: Luis Tosar, Gael García Bernal, Carlos Aduviri, Karra Elejalde
Länge: 102 Minuten
Homepage: [->]
Trailer (dt.): [->]
Trailer (span.): [->]

Inhalt: „Gegen unseren Willen verkaufen sie unsere Flüsse! Und auch den Regen, der auf unsere Köpfe niederfällt!“, ruft Daniel empört in die tobende Menge, kurz bevor die ersten reichlich armierten Polizeikräfte die Versammlung aufzulösen beginnen.

Der um sein Leben bemühte Mensch, kämpfend um die natürlichen Geschenke der Erde – wie hier das Wasser; kämpfend um sein bedingungsloses und unabhängig von Hautfarbe und Herkunft bestehendes Sein – hier in den Rollen indigener Bevölkerungsgruppen; kämpfend um die Verwirklichung seiner Visionen – sowie um die Beibehaltung bisheriger Lebensphilosophien? – stellt hier den Ausgangspunkt für den Konflikt dar, um den sich die drei Erzählebenen in Icíar Bollaíns Film „Und dann der Regen“ ranken. Drei Erzählebenen – die erste so real, teils wie dokumentatorisch festgehalten, über den Aufstand der hauptsächlich indigenen Bevölkerung im bolivianischen Cochabamba gegen die geplante Wasserprivatisierung im Jahr 2000, der sich zu einem regelrechten „Wasserkrieg“ entwickelte. Die freie Nutzung von Wasser sollte damals dem Verkauf an eine Gruppe multinationaler Konzerne (unter Druck von IWF und Weltbank) weichen, die Preise folglich um 300 % steigen – untragbar für die Menschen im noch dazu ärmsten Land Südamerikas. Die zweite Ebene begleitet das Filmteam um Sebastián (Gael Garcia Bernal) und Costa (dreifacher Goya-Preisträger Luis Tosar) in eben jenen Ort, zu ihrem ambitionierten Dreh um Christoph Kolumbus’ Ankunft in Südamerika. Zwar ist Kolumbus damals in der Karibik erstmalig gelandet, doch waren die Gagen und Produktionsbedingungen für das Projekt in Bolivien einfach günstiger – und Budget, Vision und Zeitplan stehen nun mal an erster Stelle. Denn wenn auch Sebastiáns Film einen zwar deutlich kritischen Blickwinkel auf den verklärten „Helden“ Kolumbus einnehmen soll, entgegen allem Entdeckermythos und Eroberungsenthusiasmus stattdessen dessen Habgier und systematisch betriebene Ausbeutung der Ureinwohner zeigen will, so wird der Schritt in die Gegenwart doch für’s Erste von den eigenen Begrenzungen verhindert. Begrenzungen, welche erst durchbrochen werden müssen, um eine Wandlung zu ermöglichen, welche sich, im Dialog mit dem charismatischen Daniel, in der dritten Erzählebene offenbart. In dieser verbinden sich auch schließlich die ersteren Beiden und lassen interessante Parallelen zwischen dem Film-im-Film, dessen Drehbedingungen und den Geschehnissen im damaligen Heute erahnen.

Die Veränderungen, welche die Charaktere erfahren, werden dabei sehr klar und dennoch authentisch dicht beschrieben; immer wieder werden die Protagonisten gezwungen, existentiell-bedeutungsvolle Entscheidungen zu treffen und ihre bisherigen Lebenseinschätzungen auf die Probe zu stellen. Wie würde ich mich verhalten, wenn mitten während meines geplanten und sehnlichst gewünschten Vorhabens plötzlich andere Dinge in den Vordergrund treten? Wieviel Einsatzbereitschaft würde ich zeigen – während eines Ausnahmezustands? Was würde ich tun, um zu verhindern, dass mir alles genommen wird?

In eindringlichen, intensiven Szenen bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten und offenbart eine Symbiose der Kulturen. Ein Film, der die überzeugende Kraft, von der er berichtet, weitergibt an seine Zuschauer - die Kraft zu Mitmenschlichkeit und Integrität, zu notwendigem Widerstand und Lebenswillen. Die Kraft zur Veränderung.

02.07.2012 - The Artist


FRA / BEL 2011
Regie & Drehbuch:
Michel Hazanavicius
Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Malcolm McDowell
Länge: 100 Min.
Homepage: [->]
Trailer: [->]

Unser Double-Feature im Sommersemester: zwei Schwarz-Weiß-Film, die sich beide mit den Sonnen- und Schattenseiten der Einführung des Tonfilms in den 1920er-Jahren den deren Folgen befassen – und doch unterschiedlicher nicht sein könnten:
Zunächst zeigen wir den aktuellen Film, der in den letzten Monaten bereits sehr erfolgreich mit sämtlichen internationalen Filmpreisen ausgezeichnet wurde. Dabei widerspricht „The Artist“ in beinahe jeglicher Hinsicht den Erwartungen eines Kinobesuches im Jahr 2012. Das Bild ist durchgehend schwarz-weiß gehalten und es handelt sich bis auf wenige großartige Ausnahmen um einen klassischen Stummfilm, der überdies noch ohne jeglichen Special-Effect oder wilde Action-Szenen auskommt. Doch gerade dadurch wird die gesamte Tragik der Geschichte umso greifbarer: der Geschichte des George Valentin, Superstar des großen Hollywood-Kinos der 1920er-Jahre, der seinen Erfolg und Ruhm draufgängerisch und mit Charme zelebriert und wie im Vorbeigehen das Talent der jungen Statistin Peppy Miller entdeckt. Während die neue Technik des Tonfilms für sie den Durchbruch bedeutet, möchte er von seinem eigenen Bild geblendet den Wandel nicht wahrhaben und steht bald vor den Scherben seiner Karriere.http://www.youtube.com/watch?v=OK7pfLlsUQM&list=PLA06588A51C4E7707&index=16&feature=plpp_video

02.07.2012 - Sunset Blvd. (OmU)


USA 1950
Regie:
Billy Wilder
Drehbuch: Charles Brackett, Billy Wilder, D. M. Marshman jr.
Darsteller: Gloria Swanson, William Holden, Erich von Stroheim, Nancy Olson
Länge: 110 Minuten
Trailer: [->]

Inhalt: Joe Gillis ist jung, dynamisch, charmant – und pleite. Unverdrossen glaubt er daran, als Drehbuchautor in Hollywood ganz groß herauszukommen. Einstweilen sind ihm aber seine Gläubiger dicht auf den Fersen, und auf der Flucht vor ihnen landet Joe in der Villa von Norma Desmond.

Norma war einst ein gefeierter Hollywood-Star, doch das ist lange, lange her. Ende der 20er Jahre fiel sie dem Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm zum Opfer, wurde von den Studios und ihren Fans schnell vergessen. Nun lebt sie, umsorgt von ihrem Diener Max, in ihrer Traumwelt, die Zeit ist für sie in den 20er Jahren stehengeblieben.

Immer noch glaubt Norma an ein Comeback – und der mittellose Joe, der ihr ins Haus schneit, scheint gottgesandt. Sie verlangt von ihm, ihr das Drehbuch für den Film zu schreiben, der sie zurück auf die große Leinwand bringen soll. Natürlich erkennt Joe die Hoffnungslosigkeit des Vorhabens, doch er willigt ein – schließlich winkt Geld.

„Sunset Boulevard“ war Billy Wilders große Hommage an das alte Hollywood, und so mancher Filmmogul haßte ihn dafür. 1950 tobte hier ein Umbruch, der dem von 192971930 in nichts nachstand. Machte damals der Tonfilm dem Stummfilm binnen kurzer Zeit den Garaus, so war es nun das Fernsehen, das die alten Strukturen der Filmstudios mit ihren gottgleichen Bossen hinwegfegte.

Wilder verzahnte des gegenwärtige und das alte Hollywood auf geniale Art und Weise: Gloria Swanson, die als Norma Desmond alle Register ihres Könnens zog, war zu Stummfilmzeiten der bestbezahlte Star Hollywoods, Erich von Stroheim (Normas Diener Max) ein gefeierter Regisseur. Beide wurden Opfer des Tonfilms.

William Holden als Joe Gillis verkörpert dagegen das moderne Hollywood: sachlich, unpompös, erfolgsorientiert.

Obwohl die alten Studiobosse schäumten, wurde „Sunset Boulevard“ für elf Oscars nominiert, von denen er schließlich nur drei bekam (Drehbuch, Musik, Ausstattung). Das ist heute natürlich ziemlich egal, den Billy Wilders Meisterwerk ist natürlich längst Kinogeschichte.

09.07.2012 - Restless


USA 2010
Regie:
Gus Van Sant
Drehbuch: Jason Lew
Darsteller: Henry Hopper, Mia Wasikowska, Ryo Kase, Schuyler Fisk
Länge: 91 Minuten
Homepage: [->]
Trailer: [->]

Inhalt: Enochs (Henry Hopper) Leben ist seit dem Unfalltod seiner Eltern aus der Spur geraten. Er verschließt sich vor der Außenwelt und teilt seine Gedanken seither nur mit seinem Geisterfreund Hiroshi (Ryo Kase), einem japanischer Kamikaze Flieger aus dem 2. Weltkrieg. Dann begegnet ihm zufällig Annabel (Mia Wasikowska) auf einer Trauerfeier. Begeistert teilen Beide ihr großes Interesse an allem Morbiden. Die selbst ernannte Naturforscherin und bekennende Darwinistin Annabel ist eine charmante und lebenslustige junge Frau, leidet jedoch an Krebs im Endstadium. Mehr interessiert als schockiert nimmt Enoch diese Nachricht auf. Skeptisch beobachten die Familien beider die beginnende Freundschaft. Dann bietet Enoch Annabel an, mit ihr gemeinsam die verbleibenden Tage zu verbringen um alles für ihren Tod vorzubereiten - mit Testlauf….
Zwei verlorene Seelen treffen sich und geben sich einander Halt. „Restless“ ist ein leises Indie-Drama, in dem zwei Außenseiter eine anrührende Liebesbeziehung eingehen, wenn auch etwas unkonventionell und mitweilen provokant und schmerzlich. Der Film wirft Fragen auf, wie: „Kann man sterben lernen? Wie stirbt man glücklich?“ Die beiden wunderbaren Hauptdarsteller Wasikowska (bekannt aus „Alice im Wunderland“, „The Kids are alright“ und „Jane Eyre“) und Hopper (Sohn von Schauspiellegende Dennis Hopper) verkörpern ihre ungewöhnlichen Filmcharaktere mit sehr viel Charme und Harmonie. Inszeniert wurde dieser feinfühlige Film von Regisseur Gus Van Sant („Milk“, „Good Will Hunting“), der auch hier wieder seine scharfsinnige Beobachtungsgabe und seine Liebe zu ungewöhnlichen Menschenportraits zeigen kann.

16.07.2012 - Ziemlich beste Freunde (Intouchables)


FRA 2011
Regie & Drehbuch:
Eric Toledano, Olivier Nakache
Darsteller: François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny, Audrey Fleurot
Länge: 112 min
Homepage: [->]
Trailer:
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Inhalt: Dris braucht eigentlich nur eine Unterschrift, dass er beim Vorstellungsgespräch war, um weiter Sozialhilfe zu bekommen. Auf Arbeiten hat er eigentlich gar keine Lust.
Phillipe ein reicher Mann aus der Pariser Oberschicht, seit einem Unfall mit einem Paragleiter vom Hals ab gelähmt, sucht jemanden, der ihn pflegt ohne ihn zu langweilen und zu bemitleiden. Er glaubt dies vielleicht in Dris gefunden zu haben und gibt ihm eine Chance. In einer zweiwöchigen Probezeit soll er zeigen, dass er auch Verantwortung übernehmen kann …
Ob das klappt?
Arm trifft auf reich, gesund auf krank, Migrant auf Konservativen – mehr Klischee geht nicht, könnte man denken… Aber der Überraschungshit aus Frankreich funktioniert durch seinen ganz eigenen Charme und eine Menge gut gelungener Gags.
Wenn Dris staunt, dass Phillipe keine Schmerzen spürt, wenn er ihm heißes Wasser über die Beine kippt, oder einen Nutten-Ordner für Phillipe anlegt, dann hat das seine ganz eigene Komik, so dass man der Geschichte die Klischees gut und gerne verzeiht, zumal der Film von einer wahren Geschichte inspiriert ist.
„Ziemlich beste Freunde“ ist beste Kinounterhaltung, wie man sie sich nur wünschen kann!

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