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21.06.2019
Presse

Höherer Studentenwerksbeitrag unvermeidbar - Studentenwerk Göttingen investiert derzeit am Limit

Aufgrund eines erhöhten und unerwarteten Sanierungsaufwandes gerät das Studentenwerk Göttingen an seine finanziellen Kapazitätsgrenzen.

Im Frühjahr 2019 wurde bei einer kleinen Reparaturmaßnahme im Wohnheim Robert-Koch-Straße 38 (418 Wohnheimplätze) überraschend festgestellt, dass sämtliche Zu- und Abwasserleitungen löchrig und abgängig sind. Die Ermittlung des kompletten Sanierungsaufwands, die sich noch bis 2020 erstecken wird, zeigt schon jetzt, dass Handlungsbedarf nicht nur bei Zu- und Abwasserleitun-gen, sondern auch bei anderen Gewerken besteht. 
Für die dringend notwendigen Sanierungen benötigt das Studentenwerk Göttingen außerplanmä-ßig  mindestens 15 Millionen Euro, die auch über Fremdkapital zu erbringen sind.

Die mittelfristige Finanzplanung, bestehend aus Eigen- und Fremdkapital, beinhaltet bereits ganz beträchtliche Investitionen. Darunter fallen die Baumaßnahme Rote Straße 1 – 5/Burgstraße 52 mit 5,5 Millionen Euro sowie die Sanierung der Nordmensa mit 25 Millionen Euro. Aktuelle Baumaßnahmen sind derzeit außerdem der Neubau des Wohnheims Lutterterrasse mit 25 Millionen Euro und die Modernisierung des Albrecht-Thaer-Weg 1 mit 7,8 Millionen Euro. Durch die außerplanmäßige Sanierung des Wohnheims Robert-Koch-Straße 38 ist das Studentenwerk Göttingen gezwungen, den Fremdkapitalanteil durch Kreditaufnahmen zu erhöhen. Zusätzlich soll der Studenten-werksbeitrag von 77 auf 107 Euro erhöht werden - und zwar in drei Etappen. Zum Beginn des Sommersemesters 2020 soll der Beitrag um 20 Euro und in den folgenden zwei Jahren um jeweils 5 Euro angepasst werden. Außerdem ist eine Erhöhung der Mieten von 10 Euro pro Wohnheimplatz und Monat ab dem 1. Januar 2020 geplant. Diese Finanzierungsvorschläge werden dem Stiftungs-rat am 24. Juni durch den Vorstand des Studentenwerks zur Genehmigung vorgelegt.

Das Studentenwerk Göttingen finanzierte sich im Jahr 2018 zu 77 Prozent aus eigenen Mitteln. Die Finanzhilfe des Landes beschränkt sich seit Jahren auf 16,2 Millionen Euro für alle Studentenwerke Niedersachsens. Davon hat das Studentenwerk Göttingen im Jahr 2018 3,63 Millionen Euro erhal-ten. Dies entspricht 9,8 Prozent der Einnahmen des Studentenwerks Göttingen im Jahr 2018. Die Studierenden am Hochschulstandort Göttingen haben mit ihren Studentenwerksbeiträgen in Höhe von  4,89 Millionen Euro 13,2 Prozent der Einnahmen ausgemacht.

Geschäftsführer Prof. Dr. Jörg Magull war zuletzt am 27. Mai 2019 im Ministerium für Wissenschaft und Kultur vorstellig, um zum wiederholten Male auf die finanziellen Probleme der Studentenwer-ke in Niedersachen aufmerksam zu machen. Die Landesregierung in Niedersachen sieht aktuell dennoch keine Erhöhung der Finanzhilfen beziehungsweise Subventionen für die Sanierung studentischen Wohnraums vor. „Ich bin gespannt, welche Ergebnisse hierbei in den Gesprächen zur Aufstellung des Landeshaushaltes 2020 erzielt werden“, so Magull.

Die Forderung des AStA Göttingen, nach einer Erhöhung des Studentenwerksbeitrages mehr Einfluss auf die Arbeit des Studentenwerks zu haben, findet der Geschäftsführer des Studentenwerks Göttingen richtig: „Wenn die Studierenden in Niedersachen eine höhere Last tragen als das Land, ist es nur ihr gutes Recht, mehr Einfluss in den Gremien der Studentenwerke nehmen zu können. Ich kann diesen Vorschlag daher nachvollziehen. Denn wer zahlt, sollte auch mitbestim-men dürfen, was mit dem Geld passiert.“

Kontakt:

Anett Reyer-Günther
Leiterin Unternehmenskommunikation, Pressesprecherin

Studentenwerk Göttingen
Stiftung öffentlichen Rechts
Platz der Göttinger Sieben 4
37073 Göttingen

Telefon +49 551 39-35051
E-Mail anett.reyer-guenther(at)studentenwerk-goettingen.de